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 Spielst√§tten     
  Theater Augsburg 05.04.2007 
Vom Neurenaissance-Bau zum modernen Theater

Am 1. Januar 1876 beschloss der Magistrat der Stadt Augsburg den Neubau eines repr√§sentativen Theatergeb√§udes an Stelle des siebengeschossigen ehemaligen Salzstadels am Alten Einla√ü am n√∂rdlichen Ende der durch die Aufsch√ľttung des Stadtgrabens neu entstandenen "Fuggerstra√üe" - mit einer Bausumme von 950.000 Mark unter Stadtbaurat Ludwig Leybold (1833-1891). Der Planauftrag wurde an die Wiener Architekten Ferdinand Fellner (1847-1916) und Hermann Helmer (1849-1919) vergeben, die zu den f√ľhrenden Theaterarchitekten ihrer Zeit z√§hlten (Theaterbauten in Budapest, Hamburg, Prag, Wien, Wiesbaden etc.) Unter der Bauleitung von Anton Eysen entstand ein Neurenaissance-Bau mit 1400 Pl√§tzen, der innen wie au√üen reich mit ornamentaler und figuraler Malerei und Plastik ausgestattet wurde. Der Gel√§ndeabfall von Nordwest nach S√ľdost wurde geschickt genutzt, um durch eine Terrasse mit Freitreppe und einer halbkreisf√∂rmigen Balustrade den Ort des Theaters st√§dtebaulich hervorzuheben und eine festliche Eingangssituation zu schaffen. Dies wurde noch durch eine Auffahrt im Erdgeschoss verst√§rkt.

Theater Augsburg

Im ersten Stock erhob sich eine korinthische S√§ulenordnung, drei gro√üe Rundb√∂gen√∂ffnungen schlossen je eine Nische ein, von denen die linke das Standbild Goethes, die rechte das Standbild Schillers enthielt. √úber ihren K√∂pfen prangten Medaillonbilder von Mozart bzw. Beethoven. √úber den Rundb√∂gen waren Bogenfiguren angebracht, welche die Musik, die Kom√∂die, die Trag√∂die usw. versinnbildlichten. Der B√ľhnenturm war mit einem Haubendach √ľberw√∂lbt, w√§hrend das Zuschauerhaus und die B√ľhnennebenr√§ume Walmd√§cher hatten. Durch die drei gro√üen Eingangstore der Unterfahrt gelangte man ins Hauptvestib√ľl, danach kam man in das Haupttreppenhaus, in welchem zwei aus trientinischem Marmor gefertigten Stufenreihen zu den Logen des ersten und zweiten Ranges f√ľhrten. Die Decke des Zuschauerraumes war reich ornamentiert; √ľber dem Proszenium konnte man die Geburt der Sch√∂nheit erblicken. Allegorien der Tanzkunst, der Trag√∂die, der Poesie, des Epos, der Satire, der Redekunst und der Musik folgten. Der Hauptvorhang zeigte √Ąesop, wie er einer herbeistr√∂menden Menge Fabeln vortr√§gt.

Blick auf die B√ľhne

Am 26. November 1877 wurde das neue Stadttheater mit ebers "Jubelouvert√ľre", Beethovens "Fidelio" und einem Festvortrag von Ernst Possart er√∂ffnet. 1926 wurden einige Erneuerungsarbeiten durchgef√ľhrt. Es kam zum Einbau eines Rundhorizontes mit neuer Beleuchtungsapparatur und einer Berieselungsanlage am Eisernen Vorhang, zu einer Erneuerung des B√ľhnenbodens sowie zu einer √úberdeckung des Orchesters. 1935 stimmte der damalige Reichskanzler Adolf Hitler den Absichten der Stadtverwaltung zu, das B√ľhnenhaus umzubauen und mit neuen technischen Einrichtungen zu versehen. 1938/39 wurde das Stadttheater nach Pl√§nen von Paul Baumgarten umgebaut, wobei die Eingangsfront von drei auf f√ľnf Achsen erweitert und das Innere im Zeitstil umgestaltet wurde. Innerhalb des (nur ansatzweise realisierten) NS-Gauforums sollte das Stadttheater n√∂rdlicher Abschluss der Aufmarschallee entlang Fugger- und Kaiserstra√üe (Konrad-Adenauer-Allee) mit dem neu zu erbauenden Schauspielhaus am Kaiserplatz (Theodor- Heuss-Platz) als s√ľdlichem Gegenst√ľck werden. Nach Vollendung des Umbaus wurde das Stadttheater am 24. Mai 1939 unter Anwesenheit Hitlers mit einer Festauff√ľhrung von Wagners "Lohengrin" zum zweiten Mal er√∂ffnet. Nach schweren Bombensch√§den im Februar 1944 kam es zum Wiederaufbau von 1952 bis 1956. √Ąu√üerlich wurde der Zustand der sp√§ten 30er Jahre in vereinfachter Form wieder hergestellt, das Innere wurde im Stil der 50er Jahre neu gestaltet. Der neue Zuschauerraum bietet etwa 950 Personen Platz, die beiden Logenreihen, die fr√ľher √ľber dem Parkett angeordnet waren, wurden nicht mehr eingebaut. Die bautechnisch wichtigste Erneuerung war jedoch die Verstellbarkeit der gesamten B√ľhnenanlage. Die B√ľhne konnte nun mitsamt der Drehscheibe bis an den vorderen Orchesterrand gefahren werden. Am 10. November 1956 erfolgte die Wiederer√∂ffnung mit Mozarts "Hochzeit des Figaro". Ab 1989 wurde die B√ľhnentechnik erneut modernisiert, 1990 kam es zum Umbau des Proszeniumsbereiches mit Orchestergraben und Portalzone und zur Erneuerung der Unter- und Obermaschinerie mit Umstellung auf √Ėlhydraulik.

  Sonstige Informationen

Die genaue Adresse des Großen Hauses lautet: Großes Haus am Kennedyplatz, 86152 Augsburg.




Bild
 Meiningen, Das Meininger Theater
© Das Meininger Theater



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