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 CD     
  Hauer, Josef Matthias 
Symphonic Works


JOSEF MATTHIAS HAUER (1883-1959)
  • 01 Apokalyptische Phantasie op.5
  • 02 Romantische Phantasie op.37
    VII. Suite op.48
  • 03 Molto ritmico e marcato, alla Marcia
  • 04 Lento, molto tranquillo
  • 05 Allegro, alla Marcia veloce
  • 06 Largo espressivo
  • 07 Ländler
    Konzert für Violine und Orchester op.54²
  • 08 Allegro
  • 09 Largo
  • 10 Allegro
    Zwölftonspiel
  • 11 Zwölftonspiel für Orchester
  • (09.08.1957)
  • 12 Zwölftonspiel für Orchester
  • (22.09.1957)


    THOMAS CHRISTIAN, Violine
    RADIO-SYPHONIEORCHESTER WIEN
    GOTTFRIED RABL, Dirigent


    Josef Matthias Hauer – eine Biografie

    Josef Matthias Hauer wurde am 19. März 1883 in Wiener Neustadt geboren. Hauer: „Mein Vater, der meinen Schaffensdrang in gute Bahnen lenken wollte, entschloss sich, mir Zitherunterricht zu erteilen. Ich bekam einige Stunden, in denen ich trotz meiner kleinen Hände die nötigen Griffe erlernte. Bald konnte ich die Zither auch stimmen und hatte so gleichzeitig den Quinten- und Quartenzirkel, die Tonarten und ihre Vorzeichen kennen gelernt. Vom zehnten Lebensjahre an erhielt ich nach und nach den ‚höheren‘ und ‚höchsten‘ Musikunterricht.“ Die Legende vom musikalischen Autodidaktentum Hauers wird durch die Studienkollegen Heinrich Schöny und Ferdinand Ebner widerlegt. Professor Ernst Chladek nahm Hauer als „Cellolehrling“ auf.

    Selbstbewusst tritt er 1913 aus dem Musikverein Wiener Neustadt aus. Am Akademischen Gymnasium in Wien legte Hauer drei Lehramtsprüfungen ab, die ihn befähigten, Unterricht im Gesang, im Violin- und Klavierspiel zu erteilen. In diese Zeit fallen Gehörbildungsübungen, für die er sich die Fugen des Wohltemperierten Klavier von J. S. Bach vorspielen ließ, um sie nach dem Gehör niederzuschreiben. „Es war gar nicht so leicht, sich mutig einzugestehen, dass das alte Überlieferte nun nicht mehr zu brauchen war. Alles, alles musste ich mir selbst erwirtschaften.“

    1912 entstand Hauers Opus 1, die Uraufführung erfolgte 1913 in St. Pölten durch den Pianisten Rudolf Réti. Dem Publikum gefiel das Werk, die Kritik verdammte es. Ebner machte auf Hölderlin aufmerksam, Hauer vertonte ihn bis zur späten Erkenntnis: „Der Gesang verkleistert die Musik.“ Mit einigen neuen Kompositionen beendete Hauer 1919 die durch den Krieg erzwungene Schaffenspause und zugleich die erste Phase seines Schaffens: die Klangfarbenkomposition. Hauer hatte sich mit Goethes Farbenlehre intensiv beschäftigt und ihren Empfindungswert auf die zwölf Tonarten des Quintenzirkels übertragen. Seine Musik überwand Tonalität, da sie nicht (wie bei Schönberg) auf dem Ton sowie auf tradierten Werken beruht. Er verteidigt in diesem Zusammenhang die Instrumente Klavier und Harmonium, die durch ihre wohltemperierte Stimmung allein imstande seien, das Tonika-Dominantgeleise in Richtung auf die Totalität des Klangfarbenkreises zu überschreiten. Hauer findet sein Kompositionsprinzip im Ereignis der Tonfolge, das im Intervall für ihn zu überzeitlicher Musik, ja zum Modell des Rein- Geistigen wird.

    Im Sommer 1917 besuchen sich Hauer und Schönberg gegenseitig. Hauers Durchbruch folgt 1918 mit dem Vortrag „Über die Klangfarbe“. Loos trifft seitdem Hauer, Bahr rühmt ihn. Auf Ebners Anregung folgt die kathartische Begegnung mit Johannes Itten, Hauer komponiert für ihn mehrere Werke, übereignete ihm im Mai seinen musikalischen Farbkreis, und im Dezember in Urschrift die „Deutung des Melos“. Itten besucht Hauer in seiner Wohnung, widmet ihm dann sein Ölbild (1917) „die Komposition mit zwei Farbthemen“. Beide wechselten mehrere Briefe, als Itten Oktober 1919 nach Weimar ging, um den Grundkurs am dort von Walter Gropius neu gegründeten „Bauhaus“ aufzubauen. Um dorthin zu folgen, wird Hauer erst in Alma Mahler-Gropius Salon geladen, wo er Musiker, Architekten und Literaten, insbesondere Franz Werfel, beeindruckt. Erich und Gertrud Köchert lernte Hauer 1924 durch den Maler Erwin Lang kennen. Hier begegnete Hauer erstmals dem Sinologen Richard Wilhelm und dessen Übersetzungen der altchinesischen Weisheitsbücher.

    Die erste musikalische Ausformung dieses zweiten geistigen Durchbruchs stellen folgende Werke dar: Nomos für Klavier, Harmonium Op. 19 (datiert 25. - 29. 8. 1919), Op. 20 ,Atonale Musik‘ Klavierstücke, Op. 21 Hölderlinlieder, Op. 22 Etüden für Klavier – Arnold Schönberg zu seinem 50. Geburtstag gewidmet. Die theoretische Ausarbeitung erfolgt später in mehreren Schriften: „Deutung des Melos. Eine Frage an die Künstler und Denker unserer Zeit.“ (Leipzig/Wien/Zürich 1923); „Vom Melos zur Pauke. Eine Einführung in die Zwölftonmusik. Arnold Schönberg gewidmet.“ (Wien 1925); „Zwölftontechnik. Die Lehre von den Tropen“ (Wien 1926). Die Tropenordnung und die Bausteintechnik bilden das handwerkliche Rüstzeug für die zweite Schaffensphase Hauers, die von 1919 bis etwa 1940 mit seinen letzten durch Opuszahl versehenen Werken dauert. In dieser Werkreihe sind neben Kammermusik und Liedern die großen Orchesterformen zu finden. Zur Gestaltungseinheit größerer formaler Zusammenhänge verwendet Hauer in den umfangreichen Hölderlinkantaten Wandlungen und Der Menschen Weg sowie in seinen Opern, aber auch in anderen Werken ab der Sechsten Suite für Orchester 1926 jeweils eine einzige Zwölftonreihe, die bei vier- bis fünfstimmiger Harmonisierung ständigen Permutationen als Ganzes oder ihrer beiden Hälften unterworfen wird. 1938 fanden Hauers Schriften/Werke „Aufnahme“ in der Wanderausstellung „Entartete Musik“, von Düsseldorf bis Wien (Künstlerhaus).

    Hauer trat ab 1940 in die dritte Schaffensperiode: Er reduzierte das Große, Aufwendige auf das Kleine und Einfache. Bis 1959 sind in den verschiedensten kleinen Besetzungen viele Hunderte Zwölftonspiele entstanden. Wenn man Hauer fragte, ob er etwas Neues geschrieben habe, antwortete er: „Neues? – Uraltes!“ Er verfasste kleine Manifeste seiner jahrelangen Bemühungen um die Musik, ließ sie drucken und verteilte diese. Nach dem II. Weltkrieg begann eine Hauer-Renaissance, in Darmstadt, in den USA und auch in Wien. Dennoch blieb Hauer umgeben von wenigen Freunden und Schülern. Johannes Schwieger begleitete ihn die letzten zwölf Jahre, sammelte, notierte, dokumentierte 1953 bis 1959 das „Österreichische Seminar für Zwölftonmusik“. Für Friedrich Cerha, Gerhard Rühm, René Clemencic wurden diese Kurse wichtig für ihr Komponieren. 1960 gründet Victor Sokolowski das Hauer-Studio und lehrte 1976 bis 1982 an der Wiener Musikhochschule. Früh zog Dominik Száva in Toronto mit einem Hauer Institut Canada mit, in Seoul beginnt Dal Sung Kim ein Hauer-Studio und Stefan Thoma lehrt in Kobe/Japan.


    BIOGRAFIEN

    Das Radio-Symphonieorchester Wien ging 1969 aus dem Großen Orchester des Österreichischen Rundfunks hervor und profilierte sich seitdem als eines der vielseitigsten Orchester in Österreich. Seit der Gründung des RSO liegt der Schwerpunkt des Orchesters vor allem auf der Pflege der zeitgenössischen Musik. Unter seinen Chefdirigenten Milan Horvat, Leif Segerstam, Lothar Zagrosek, Pinchas Steinberg und Dennis Russell Davies erweiterte das RSO Wien kontinuierlich sein Repertoire von der Vorklassik bis zur Avantgarde. Seit dem 1. September 2002 ist Bertrand de Billy Chefdirigent des Orchesters. Neben eigenen Konzertreihen im Musikverein und dem Konzerthaus in Wien tritt das Orchester regelmäßig bei den großen Festivals im In- und Ausland auf, wobei eine besonders enge Bindung an die Salzburger Festspiele besteht. Die ausgedehnte tourneetätigkeit des RSO Wien führte das Orchester zuletzt nach Japan, weiters in die USA, nach Südamerika sowie in verschiedene europäische Länder. Zu den Gästen beim RSO zählten bislang so bekannte Künstler wie Leonard Bernstein, Ernest Bour, Andrew Davis, Christoph von Dohnanyi, Christoph Eschenbach, Michael Gielen, Hans Werner Henze, Ernst Krenek, Bruno Maderna, Krzysztof Penderecki, Wolfgang Sawallisch, Guiseppe Sinopoli, Hans Swarowsky und Jeffrey Tate. Die Saison 2006/2007 bringt Renommierte Gastdirigenten wie Michael Gielen, Peter Eötvös, Michel Plasson, Martyn Brabbins oder Wayne Marshall und auch Vertreter der neuen Generation wie Tugan Sokhiev, Kirill Petrenko und Gabriel Feltz. Zahlreiche CD-Einspielungen dokumentieren das vielfältige Repertoire des Orchesters.

    Gottfried Rabl wurde in Wien geboren, begann früh Klavier zu spielen und erlangte Diplome in Dirigieren (bei Othmar Suitner) sowie in Horn und Korrepetition an der Musikuniversität in Wien. Durch sein Interesse an skandinavischer und russischer Musik ergab sich ein Studienjahr in Helsinki, wo er unter anderem mit dem finnischen Dirigenten und Schwiegersohn von Sibelius, Jussi Jalas, studierte. Eine darauf folgende Zusammenarbeit mit Leonard Bernstein führte zu einem sechsjährigen Aufenthalt in den USA, wo Gottfried Rabl neben seiner Arbeit für Bernstein auch als Dirigent und Solokorrepetitor tätig war. Sein Engagement für unbekannte oder zu Unrecht in Vergessenheit geratene Werke führte schon öfter zu einer Zusammenarbeit mit dem Radio-Symphonieorchester Wien. In den letzten Jahren hat er mit diesem Orchester mehrere Einspielungen vorgelegt, darunter die 2. und 10. Symphonie von Nikolai Miaskowsky. Ebenfalls mit dem RSO-Wien entstanden die weltweit erfolgreichen „Digital Caruso“-CDs, deren erste mit dem renommierten Echo-Preis ausgezeichnet wurde (BMG), sowie die Einspielung aller neun Symphonien von Egon Wellesz ( cpo).

    Thomas Christian wurde in Österreich geboren. Er begann sein Violinstudium im Alter von sieben Jahren, ein Jahr später erfolgte sein erster öffentlicher Auftritt. Mit elf Jahren gewann er den ersten Preis beim Österreichischen Geigerwettbewerb. Es folgten weitere Studien bei dem New Yorker Violinpädagogen Theodore Pashkus und bei Jascha Heifetz in Los Angeles. Als 19-jähriger feierte Thomas Christian sein Debüt in der New Yorker Carnegie Hall mit dem ersten Viol nkonze t von Niccolò Paganini. Er ist ständiger Gast großer Symphonieorchester (u.a. BSO Berlin, Bamberger Symphoniker, Dresdner Philharmonie, Mozarteum Orchester Salzburg, Wiener Symphoniker, RSO Wien und Helsinki Philharmonie). Zusammenarbeit mit berühmten Dirigenten wie Christoph von Dohnányi, Horst Stein, Kurt Sanderling u.a.m. Seit vielen Jahren pädagogische Tätigkeit am Konservatorium der Stadt Wien, 1999 Berufung zum Professor an die Hochschule für Musik in Detmold. Thomas Christian spielt auf einer Violine von Petrus Guarnerius, Venedig 1725, die einst im Besitz der Belgischen Königin Elisabeth II. war.


    RSO Wien
    Bestellnr.: 2010241
    Preis: 19,90 € (Ö1-Clubmitglieder Euro 17,91

    Die CD ist im ORF-Shop, Tel. +43 (0)1/501 70 - 373, Fax +43 (0)1/ 501 70 - 375, Mail: orfshop@orf.at, im Internet unter shop.ORF.at und im Fachhandel erhältlich.

    Weitere Informationen: http://shop.orf.at.




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     Köln, Philharmonie
    © KölnMusik/Jörg Hejkal



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